Chaos Computer Communique 01/08

Die ultimative Fernbedienung
TV-B-Gone (deutsch: Glotze, mach Dich weg!) ist eine kleine handliche Fernbedienung, die allerdings nur eine Taste hat: Den “Aus”-Knopf. Dafür funktioniert das kleine Gerät aber auch nicht nur an einem Fernseher, sondern für alle gängigen Geräte.

Bei der Infrarot-Fernbedienung werden Zifferncodes für jede Taste in einer Art Morse-Code an den Fernseher gesendet. Weil man mit der Fernbedienung ein bestimmtes Gerät steuern will, hat jeder Hersteller und jedes Gerät noch einen eigenen Code.

TV-B-Gone probiert einfach alle gängigen Codes für “Aus” hintereinander durch. Das dauert etwas, aber wenn man mal ganz viele Flimmerkisten um einen herum hat, ist der Effekt verblüffend…

TV-B-Gone ist mit ca. 25 Euro nicht ganz billig, wer es kaufen möchte, ollte drauf achten, die europäische Version zu bekommen. Die TV-Geräte n den USA haben teils andere Codes.

Aber Vorsicht: In einigen Elektronikmärkten ist man mittlerweile schwer entnervt und es gab Fälle, wo dann auch schon mal die Polizei gerufen wurde…

Protest gegen die Gesundheitskarte
Am Freitag hat sich ein Bündnis von Ärzten, Patienten und Bürgerrechtlern gegen die Einführung der “elektronischen
Gesundheitskarte” (eGK) ausgesprochen. Nach den Plänen des Gesundheitsministeriums soll mit der Ausgabe der Karten bereits zum April 2008 begonnen werden.

“Völlig unnütz, zu teuer, der gläserne Patient kommt, die Daten werden auf zentralen Servern gehalten, Zugriffsrechte und Sicherheitsabläufe sind nicht zufriedenstellend geklärt” sagen die Gegner. Beim Gesundheitsministerium hingegen ist man sich sicher, dass beim Datenschutz alles im grünen Bereicht ist.

Der CCC beobachtet das Thema schon seit längerem, die Informationen, die man offiziell bekommt, sind aber immer nur Bruchstücke. Letztes Jahr ist dem CCC eine Kosten-Nutzen-Analyse einer Beraterfirma anonym zugespielt
worde, die die Wirschaftlichkeit des Projektes in Frage stellt. Aber auch diese Studie hatte das Problem, dass es keine verlässlichenInformationen gab, was genau eigentlich die elektronische Gesundheitskarte tun soll.

Der Sparzwang im Gesundheitswesen wird auf jeden Fall dazu führen, dass Patientendaten und deren Krankheitsgeschichten wertvolles, wirtschaftliches Gut werden. Im Interesse der Patienten ist das ganz
sicher nicht.

Um die Einführung der Gesundheitskarte zumindest zu verzögern und eine öffentliche Diskussion anzustoßen, ruft das Bündnis die Krankenversicherten auf, zunächst die alten Versichertenkarten weiter zu benutzen und kein Foto für die neue Chipkarte einzuschicken. Der Arzt wird sicher kein Problem damit haben, dort ist das Projekt auch höchst umstritten.

Weitere Informationen:
Ärztevereinigung IPPNW
Bericht bei der Tagesschau

von Dirk Engling und Frank Rosengart

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